Wirbelsäulenerkrankungen

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden in Deutschland. Ursachen sind neben der starken Belastung des Rückens durch den aufrechten Gang des Menschen und einem zunehmenden Durchschnittsalter der Bevölkerung mit vermehrten Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule auch einseitige Belastungen des Körpers in der Arbeitswelt und Freizeit.

Die Wirbelsäule ist aus Wirbelkörpern aufgebaut, die mit beweglichen Bandscheiben verbunden sind, die Bewegungen des Rückens werden durch Wirbelgelenke geführt. Im Wirbelkanal hinter den Wirbelkörpern verlaufen die Nervenbahnen des Körpers (Rückenmark bzw. Nervenwurzeln).

 

Bandscheibenveränderungen

Die Bandscheiben verbinden die einzelnen Wirbelkörper, sie verteilen die Belastung und erfüllen eine Pufferfunktion. Es ist ganz normal, dass im Laufe des Lebens die Bandscheiben sich verändern, weniger flüssigkeitshaltig werden und in der Höhe abnehmen. Als Folge davon kommt es zu Bandscheibenvorwölbungen. Dieser Bandscheibenverschleiß kann zu Schmerzen führen. Auch diejenigen Menschen, die überhaupt keine Rücken- oder Nackenschmerzen haben, weisen altersabhängig in 30-70 % der Fälle Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle auf. Schmerzen lassen sich nur dann sicher auf einen Bandscheibenvorfall zurückführen, wenn die Beschwerden entlang einer Nervenwurzel in Arm oder Bein ausstrahlen und sich auch ein Bandscheibenvorfall findet, der auf diese Nervenwurzel drückt. In allen anderen Fällen kann niemand sicher sagen, ob Schmerzen in Rücken oder Nacken wirklich durch eine Bandscheibenveränderung ausgelöst werden, da es zahlreiche andere Ursachen für solche Beschwerden gibt. Deswegen gehen wir bei lokalen Schmerzen auf Bandscheibenvorwölbungen nicht genauer ein, da sie ohnehin nicht beseitigt werden können und deswegen hier keine Therapie ansetzen kann.

Eine Operation eines Bandscheibenvorfalls ist nur dann notwendig, wenn er zu einem Nervenschaden führt (z. B. Lähmung des Fußes, Armschwäche, Gangstörung etc.). Überlegt werden kann eine Operation dann, wenn entlang eines Nerven ausstrahlende Schmerzen durch eine nichtoperative Therapie nicht besser werden. Durch Verschleiß mehrerer Anteile der Wirbelsäule kann es auch zu einer Einengung des Wirbelkanals kommen, was dann zu einer Störung mehrerer Nervenwurzeln führt.

 

 

 

Veränderungen der Wirbelkörper und Wirbelgelenke

Ein Unfall oder eine Osteoporose können zu einem Bruch der Wirbelsäule führen. Bei Verdacht auf einen Bruch muss eine Röntgenaufnahme erfolgen. Ob ein Wirbelbruch dringlich operiert werden muss oder konservativ (ohne Operation) behandelt werden kann, richtet sich nach der Stabilität der Wirbelsäule und damit nach Form und Ausmaß des Bruches.

Verschleißerscheinungen der Wirbelgelenke (Wirbelgelenkarthrose, Spondylarthrose) können ebenfalls zu Schmerzen im Rücken führen. Besonders häufig werden die Wirbelgelenke der unteren Lendenwirbelsäule durch eine schlecht trainierte Rumpfmuskulatur und das daraus folgende Hohlkreuz überlastet.

 

Funktionsstörungen

Für eine normale Funktion der Wirbelsäule müssen ihre Komponenten (Wirbel, Wirbelgelenke, Muskulatur) normal zusammenarbeiten. Jede Störung wie eine Blockierung von Wirbelgelenken, eine Fehlstellung der Wirbelsäule oder einer der zahlreichen Bestandteile des Beckens sowie muskuläre Funktionsstörungen können zu Beschwerden führen. Anders als strukturelle Veränderungen wie ein Bandscheibenverschleiß oder eine Veränderung der Wirbelgelenke können Funktionsstörungen durch eine konservative Therapie beeinflusst werden, so dass sich die Behandlung auf solche Störungen konzentriert.

 

Untersuchung bei Wirbelsäulenerkrankungen

Die Untersuchung muss in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit sowohl nach strukturellen Veränderungen der Wirbelsäule fahnden als auch einen Überblick über mögliche Funktionsstörungen gewinnen. Bei Rückenschmerzen, die nicht auf eine bestimmte Erkrankung hinweisen, muss in den ersten sechs Wochen keine bildgebende Untersuchung erfolgen. Eine CT- oder MRT-Untersuchung ist nur in den Fällen notwendig, in denen eine Erkrankung abgeklärt werden muss, die mit einer konventionellen Röntgenaufnahme nicht dargestellt werden kann. Bei den meisten Rücken- und Nackenschmerzen ist dies nicht notwendig, da die häufig gefundenen verschleißbedingten Bandscheibenvorwölbungen keinerlei Konsequenz für die Therapie haben.

 

Therapie

Da die strukturellen Veränderungen der Wirbelsäule wie Verschleiß der Wirbelgelenke oder ein Bandscheibenvorfall außer durch eine Operation überhaupt nicht beeinflusst werden können, stützt sich die Behandlung auf die Besserung gestörter Funktionen. Einer der wichtigsten Bestandteile ist es, den Rücken über ein Muskeltraining besser zu stabilisieren. Möglichkeiten dazu ist ein Eigentraining, die Teilnahme an Wirbelsäulengymnastik oder die Verordnung von Rehasport. Krankengymnastik auf Rezept ist für einen langfristigen Muskelaufbau nicht geeignet.

Bei starken Schmerzen kann eine Infiltration (Spritzenbehandlung) an Wirbelgelenke oder Nervenwurzeln erfolgen.

Blockierungen der Wirbelgelenke können durch eine manuelle Therapie angegangen werden, zunächst reicht hier die einmalige Behandlung durch den Arzt.

Eine umfassende Untersuchung und Behandlung des Körpers auf Funktionsstörungen z. B. mit osteopathischen Techniken ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. In den Fällen, in denen wir die Hauptursache der Beschwerden in einer osteopathisch behandelbaren Störung vermuten, kann eine solche Therapie auf Wunsch als Selbstzahlerleistung erfolgen. Ob eine Funktionsstörung für Ihre Beschwerden verantwortlich ist, kann erst durch Überprüfung des Therapieerfolges nach einer Behandlung entschieden werden. Dies erfordert häufig mehrere Behandlungen.

Eine Beeinflussung von Schmerzsymptomen ist auch über eine Akupunkturbehandlung möglich. Bei Erkrankungen der Lendenwirbelsäule ist die Akupunktur Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn der Arzt hierfür eine Zulassung besitzt.

 

Die genaue Therapiestrategie richtet sich nach sehr vielen individuellen Faktoren und kann nicht verallgemeinert werden. Da der einzelne Arzt auf Basis seiner Untersuchung und der Bildgebung versucht, den am besten geeigneten Ansatzpunkt für eine Therapie auszuwählen, gibt es große Unterschiede in den Therapieempfehlungen zwischen einzelnen Ärzten. Dies ist auch dadurch bedingt, welche Therapiemöglichkeiten der Arzt gut beherrscht und welche Erfahrungen er damit gemacht hat. Unterschiedliche Therapiestrategien sind kein Hinweis darauf, dass ein Arzt weniger qualifiziert ist als ein anderer.

 

Wir versuchen, mit Ihnen zusammen die beste Behandlungsstrategie zu entwickeln. Allerdings sind Wirbelsäulenerkrankungen höchst komplex und deswegen die Identifizierung des auslösenden Problems häufig eine Herausforderung. 

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